Zum 100. Weltfrauentag den Kamalari-Mädchen in Nepal helfen!

von Mahasin

Plan befreit Kamalari-Mädchen in Nepal
Der Frauentag jährt sich zum 100. Mal. Trotz vieler Errungenschaften müssen Millionen Mädchen in Entwicklungsländern noch immer in sklavenähnlichen Verhältnissen arbeiten. Plan kämpft für ihre Rechte. In Nepal hat das Kinderhilfswerk bereits 1.758 Mädchen aus der Leibeigenschaft befreit.


Kinderarbeit ist in Nepal seit 2000 offiziell verboten. Dennoch gehört die Ausbeutung vieler Mädchen der Tharu – einer Ethnie im Südwesten des Landes nahe der indischen Grenze – zum Alltag. Sie werden als sogenannte „Kamalari – hart arbeitende Frauen“ für einen Minimallohn von 40 bis 50 Euro jährlich verkauft. Schon im Alter von fünf Jahren müssen sie als Hausmädchen für wohl-habende Familien und Großgrundbesitzer schuften. Ihre Arbeitstage sind 14 bis 16 Stunden lang, oft sind sie Gewalt und sexuellem Missbrauch schutzlos ausgesetzt.

Foto: Plan

Maike Röttger, Sprecherin der Geschäftsführung von Plan Deutschland: „Das Kamalari-System in Nepal ist unmenschlich und gehört abgeschafft – nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis. Mädchen müssen vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung geschützt werden und haben ein Recht auf Bildung.“

Erfolgreiche Plan-Arbeit
Seit Beginn des Projektes zur Abschaffung des Kamalari-Systems im Februar 2006 konnte Plan Nepal zusammen mit seinem lokalen Partner SWAN bereits 1.758 Sklaven-Mädchen in Dang befreien. Die Kamalari-Praxis gilt in dem Distrikt mittlerweile als komplett abgeschafft. „Plan setzt sich für die Opfer dieser Praxis ein und holt die betroffenen Mädchen in ihre Familien zurück“, erklärt Plan-Sprecherin der Geschäftsführung Maike Röttger. „Der Distrikt Dang ist bereits kamalarifrei. Deshalb weiten wir nun unser Projekt auf die Bezirke Kailali und Kanchanpur aus. Dort brauchen noch mehr als 4.000 Mädchen dringend unsere Hilfe.“

Start ins neue Leben
Nach der Rückkehr in ihre Dörfer brauchen die Mädchen oft psychologische Unterstützung. In speziellen Förderkursen werden sie anschließend darauf vorbereitet, in die staatlichen Schulen zurückzukehren. In den Kursen erfahren die ehemaligen Kamalari auch viel über Kinderrechte, Gleichberechtigung und gesundheitliche Themen.

Foto: Plan

Plan bestärkt die befreiten Mädchen und jungen Frauen darin, sich für die Abschaffung der Kamalari-Praxis zu engagieren und an Aufklärungskampagnen in den Gemeinden teilzunehmen. Oft wissen die Familien gar nicht, was wirklich mit ihren Töchtern passiert, nachdem sie diese in die Fremde geschickt haben. Die befreiten Kamalari-Mädchen führen deshalb in den Dörfern und Schulen Theaterstücke auf, in denen sie ihr Schicksal aufzeigen. Oder sie veranstalten Proteste und Märsche, wenn sich zum Beispiel im Januar das Margi-Fest nähert, das Neujahrsfest, zu dem traditionell viele Tharu-Mädchen in Haushalte vermittelt werden.

Die Ethnie der Tharu lebt im Südwesten Nepals, an der indischen Grenze. Im Programmgebiet Banke hat Plan sein „Kamalari Abolition Projekt“ mittlerweile auf weitere Provinzen ausgedehnt. (Foto: Plan)

Buch zum Projekt
Die deutsche Autorin Nathalie Schwaiger hat die berührende Geschichte des ehemaligen Kamalari-Mädchens Urmila Chaudhary aufgeschrieben. Das Buch sowie ein Hörbuch „Sklavenkind. Verkauft, verschleppt, vergessen – Mein Kampf für Nepals Töchter“ erscheinen zur Leipziger Buchmesse am 14. März und können auch über den Plan Shop bezogen werden.

Journalistin Dialika Krahe berichtet im aktuellen SPIEGEL (Heft 10/2011: Der Sklavenaufstand) über Urmila Chaudhary und das Plan-Projekt zur Abschaffung des Kamalari-Systems in Nepal.

Unterstützen Sie das Plan-Projekt zum Schutz der Kamalari-Mädchen in Nepal und spenden Sie online.

(Bericht und Fotos: Plan)

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